Der Verein

Der Verein „Clingenburg Festspiele e.V.“ wurde im Oktober 1993 gegründet. Er ist im Vereinsregister eingetragen und als gemeinnützig anerkannt. Zweck des Vereins ist die Veranstaltung von jährlich wiederkehrenden Freilichtspielen auf der Clingenburg. Zur Erreichung dieses Zieles führt der Verein auch weitere Veranstaltungen durch, vorwiegend im Bereich der Musik, der Literatur sowie der darstellenden und bildenden Kunst.

Der Verein wird durch die Organe des Vereins geführt, deren Zusammensetzung und Aufgabe in der Vereinssatzung festgelegt sind. Organe des Vereins sind der Vorstand, der Verwaltungsrat und die Mitgliederversammlung. Der Verwaltungsrat setzt sich zusammen aus Vorstand und Beirat, der von der Mitgliederversammlung gewählt wird.

Die Vereinsgeschichte

Wie alles begann
1991. Ein Schauspieler aus Wien bat um einen Besuchstermin beim damaligen Bürgermeister der Stadt Klingenberg, Siegmar Markert. Er habe eine großartige Idee: Professionelles Theater wolle er auf der Clingenburg spielen. Die Burgruine mit ihrer einmaligen Atmosphäre und ihren vielfältigen künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten würde beste Voraussetzungen dafür bieten; sie schreie geradezu nach Freilichtspielen. Und er wolle einen ganz neuen Weg beschreiten: anspruchsvolles Theater ganz ohne staatliche Zuwendungen und ohne finanzielle Hilfestellung der Kommune – wirklich eine gute Idee.

Doch dauerte es drei Jahre bis die Vision Realität wurde. Dazu musste das ursprüngliche Konzept komplett überarbeitet werden, da die finanziellen Vorstellungen das Machbare bei weitem übertrafen. Auch der Stadtrat sah sich bei der vorgegebenen Größenordnung überfordert, das unternehmerische Risiko zu tragen. Damit war eigentlich diese Idee begraben.

Doch Bürgermeister Siegmar Markert gab sich damit nicht zufrieden. Ihm gelang es, Klingenberger Bürger und Geschäftsleute aus den drei Stadtteilen Klingenberg, Röllfeld und Trennfurt so zu begeistern, dass 1993 der Verein Clingenburg Festspiele e.V. gegründet wurde. Die Gründungsmitglieder Harald Becker, Klaus Heßler, Maria und Klaus Köhlich, Siegmar Markert, Erhard Techet, Herbert Weinkötz und Walter Wöber übernahmen persönliche Bürgschaften. Die Stadt Klingenberg sicherte ihre Unterstützung zu. Der Heimat- und Verkehrsverein sowie der Werbering Klingenberg versprachen tatkräftige Mithilfe.

Der Grundstein wurde gelegt
Zu der konstituierenden Versammlung am 8. November 1993 im „Haus des Gastes“ in Klingenberg kamen 90 Besucher, 80 traten sofort dem neuen Verein bei. Zum Vorsitzenden wurde Siegmar Markert gewählt. Ihm zur Seite standen Klaus Hessler als stellvertretender Vorsitzender, Christiane Wöber als Schriftführerin und Herbert Weinkötz als Kassenverwalter. Ein zwölfköpfiger Beirat wurde etabliert, der sich in verschiedenen Arbeitskreisen um die organisatorischen Notwendigkeiten kümmerte. Zwischenzeitlich waren auch schon die konzeptionellen Weichen gestellt. Aus mehreren Bewerbern wurde Regisseur Udo Schürmer, in München lebender Aschaffenburger, zum Intendanten ernannt. Die Aschaffenburger Werbeagentur appeal advertising GmbH wurde mit der Ausarbeitung einer gesamtheitlichen Kommunikationskonzeption beauftragt, um mit gezielter Werbung und professioneller Öffentlichkeitsarbeit die Clingenburg Festspiele bekannt zu machen und Sponsoren zu gewinnen. Der Grundstein für eine beispiellose Erfolgsstory war gelegt.

Die erste Spielzeit
Als 1994 die erste Spielzeit mit 20 Veranstaltungen über die Bühne ging, dachte niemand auch nur im Traum daran, dass die Clingenburg Festspiele heute ihren festen Platz in der Kulturlandschaft unserer Region einnehmen. Damals war man schon ein wenig stolz auf 8.500 Besucher, die zum ersten Mal „Theaterfaszination unter freiem Himmel“ erlebten. Der Zuspruch machte Mut. Im zweiten Jahr brachte Intendant Udo Schürmer Shakespeares „Der Sturm“ auf die Bühne. Erstmals wurde ein Kinderstück aufgeführt. Im Rittersaal direkt neben der Bühne wurde ein Nachtprogramm geboten. In den späteren Jahren kamen Opern-Gastspiele, Musical- und Chanson-Abende hinzu. Jahr für Jahr wuchs nicht nur die Anzahl der Stücke und Aufführungen, sondern es strömten die Besucher immer zahlreicher auf die Clingenburg.

Beeindruckende Erfolgsstory
Nach elf erfolgreichen Jahren gab es den ersten Intendantenwechsel. Von 2004 bis 2008 übernahm der Wiener Georg Mittendrein die künstlerische Leitung. Seit 2009 ist Marcel Krohn aus Baden-Baden Intendant der Clingenburg Festspiele.

Der Mut der Initiatoren und Festspiele-Gründer wurde eindrucksvoll belohnt. Ihnen und den vielen Helfern ist es gelungen, die Idee zu verwirklichen, professionelles Theater, gepaart mit der einzigartigen Kulisse der altehrwürdigen Clingenburg, zu einem wahren Publikumsmagneten werden zu lassen. Seit Beginn der Clingenburg Festspiele haben fast 1 Mio. Besucher aus Nah und Fern „Theaterfaszination unter freiem Himmel“ hautnah erlebt.