Rückblick 2016

Programm 2016

Rückblick 2016

Mit dem Konzert der Queen Revival Band am 2. August 2016 ging die 23. Festspielzeit auf der Naturbühne in Klingenberg zu Ende. Ca. 31.000 Besucher kamen zu den vier Eigenproduktionen mit insgesamt 60 Vorstellungen und den drei Gastspielen. Stehende Ovationen und begeisterte Zuschriften zeugten von einer insgesamt sehr erfolgreichen Spielzeit.

Hair Musical von Galt MacDermot, Regie Peter Rein
Die Story über den Widerstand der Hippiebewegung gegen den Vietnam-Krieg und ihren Traum vom Leben in einer tabulosen Welt wurde vom Publikum enthusiastisch aufgenommen. Das gesamte Ensemble sorgte für eine energiegeladene Aufführung – allen voran Lars Schmidt als charismatischer Anführer Berger, David Krohn, der seine Rolle als Woof sichtlich genussvoll spielte und Marcel Kaiser, der trotz einer gebrochenen Hand auch bei den letzten fünf Vorstellungen dem Claude eine differenzierte Verkörperung gab. Komische und parodistische Elemente, die die Zuschauer immer wieder spontan zum Lachen brachten, farbenprächtige Kostüme (Isa Mehnert), eine fantasievolle Choreografie (Ronny Bartsch) und die gut arrangierte und präzise gespielte Live-Musik (Leitung Ralph Scheiner und Patrik Pietschmann) zeichneten die Inszenierung aus.

Schillers Räuber Schauspiel nach Friedrich Schiller, Regie Marcel Krohn
„Ein Feuerwerk der Gefühle“, „Schillers Räuber werden zum Polit-Krimi“, „Die Kraft des Theaters“ – nach der Premiere des Sturm und Drang-Dramas überschlugen sich die Kritiken. Marcel Krohn hatte mit seiner Inszenierung, die er bis in die kleinsten Nebenrollen liebevoll durchstrukturiert hatte, offenbar den Nerv der Zeit getroffen. Otto Beckmann zeigte als Karl Moor eine charismatische und mitreißende Darstellung, während Till Brinkmann als sein Bruder Franz wie ein geschickter Intrigant agierte, der voll kalter Aggressionen steckt. Julia Hell zeigte Amalia entgegen der üblichen Interpretation als moderne und selbstbewusste junge Frau, Mariyama Ebel sorgte für eine nicht minder ungewöhnliche Interpretation des Schweizer und Hans Hirschmüller spielte den greisen Grafen Moor berührend mit quälenden Selbstvorwürfen.

Peter Pan Familienmusical (Welturaufführung) nach James Matthew Barrie mit Musik von Larissa Schories, Regie Marcel Krohn
Die Insel Nimmerland, wo Peter Pan und die verlorenen Kinder wohnen, ist seit Generationen ein Sehnsuchtsort für kleine und große Kinder, auch wenn Captain Hook und seine Piraten die Harmonie gelegentlich stören. Werner Wulz mimte den barocken Bösewicht mit der nötigen Selbstironie und erntete Respekt, aber auch viele Lacher. Seine beiden Kumpanen Starkey und Smee (David Krohn und Loraine Dere) brillierten in ihren Rollen als dümmlich-witzige Piraten. Mit Allesandro Nanio Pacino als Peter Pan (mutig und witzig, aber dennoch verletzlich) überzeugte das gesamte Ensemble mit einer grandiosen Darstellung. Die Musik von Larissa Schories wirkte mal frisch und fröhlich („Stark, stark, stark“, oder „Ich bin frei“) mal einfühlsam und nachdenklich („Liebe ist ….“). Absoluter Publikumsliebling war die Fee Tinkerbell, hervorragend verkörpert durch die bezaubernde Darstellerin Mariyama Ebel.

Jesus Mohammed geht baden von Intendant Marcel Krohn, Regie Thomas Klischke
Es war ein Wagnis, dieses Jugendstück auf die Bühne zu bringen, da es sich außerhalb eines üblichen Festspiel-Programms positioniert. Erzählt wird die Geschichte von Isa, einem syrischen Flüchtling, facettenreich verkörpert von Marcus Abdel-Messih, und Tine, einer jungen deutschen Frau, frech, verführerisch und herzerfrischend gespielt von Franziska Lißmeier. Thomas Klischke, bekannter Kinder- und Jugendtheater-Regisseur, hat das Stück inszeniert. Den ernsten Stoff hat er mit spielerisch fröhlichen Einfällen unterlegt und gerade dadurch die sozialutopische Dimension des Stückes herausgehoben.

3 Gastspiele gab es auf der Clingenburg zu sehen und zu hören:
The Michael Jackson Tribute Show, FALCO – the Show und „Queen Revival Band“.