Rückblick 2017

Programm 2017

Rückblick 2017

Am 8. August schlossen sich die Tore der Clingenburg-Festspiele 2017
und auch in diesem Jahr konnten die Aufführungen ein breites Publikum begeistern.

Cabaret Musical von John Kander, Regie Marcel Krohn
Die Zuschauer wurden zweieinhalb Stunden mitgenommen auf eine Reise ins freizügig-frivole Berlin der frühen 30-er Jahre. Regisseur Marcel Krohn inszenierte eine herrliche Kostüm-Revue mit perfekt reduziertem Bühnenbild und brillanten Schauspielern. Mariyama Ebel spielte die lebenshungrige Sängerin Sally Bowles mit viel Enthusiasmus. Franziska Krumwiede und Claus Wilcke als alternde Liebende legten jede Menge komödiantisches Talent an den Tag. Mit lasziver Lust an der Travestie verkörperte Werner Wulz die Rolle des Conférencier des Kit-Kat-Clubs. Viel Lob ernteten die ausgezeichneten Tanzchoreografien von Timo Radünz und das musikalische Arrangement von Franz Garlik, der eine sechsköpfige Band anleitete.

Ein Münchner im Himmel und in der Hölle Volkstheaterstück, Regie Marcel Krohn
„Das Paradies ist im Hofbräuhaus“, „Ein Münchner im Klingenberger Himmel“, „Ein starkes Stück Lebensqualität“ – so lauteten die Titel der begeisterten Kritiken. Das Stück sorgte vordergründig für Jux und Tollerei. Authentischer bayerischer Charme riss die Zuschauer mit. Regisseur Krohn hatte aber auch hintergründige politische Botschaften parat. Günther Brenner spielte seine Rolle als Alois Hingerl auf unglaublich witzig-lakonische Weise, und Werner Wulz brillierte als Boandlkramer (der bayerische Tod). Wunderbar natürlich war Ramona Schmid als Akkordeon spielende Kellnerin Kathi. Und Franziska Krumwiede mimte herrlich den nervenden Hausdrachen, aber auch die hysterisch besorgte Gattin. Die Stimme Gottes wurde von dem bekannten Liedermacher Konstantin Wecker eingespielt.

Der zerbrochene Krug Lustspiel von Heinrich von Kleist, Regie Marcel Krohn
Soviel Aufregung um einen zerbrochenen Krug – wie banal, möchte man denken. Doch hinter dem Irrsinn und dem Unheil, den dieser Krug auslöst, steckt jede Menge Einblick in die dunkle Seite der menschlichen Seele. Alle Rollen in dem tragikomischen Drama schienen den Darstellern auf den Leib geschrieben: Konrad Adams verkörperte den lüsternen und durchtriebenen Dorfrichter Adam, Franziska Krumwiede mimte schrullig und beharrlich einfältig die Rolle der Marthe Rull, Werner Wulz (Gerichtsrat Walter) beeindruckte die Zuschauer mit einer großartigen Gestik und ausdrucksstarken Mimik und Nuria Mundry spielte mit aufrichtiger Leidenschaft die blutjunge Eve. Regisseur Marcel Krohn verstand dieses Lustspiel mit einer perfekten Mischung von alter Sprache und modernen Elementen für das Publikum in die Gegenwart zu transformieren. Beeindruckt haben die Zuschauer auch die fantasievollen Kostüme von Isa Mehnert.

Aladin Kinderstück von Samuel Renken, Regie Thomas Klischke
Bunte Farben, orientalische Gewänder, fliegende Teppiche, eine Prinzessin, ein Sultan und ein Zauberer – das ist die Welt von Tausendundeiner Nacht. Für das Stück verwandelte sich die Clingenburg in eine kunterbunte Märchenwelt. In dieser Welt ist alles möglich, denn es gibt Geister, die aus Ringen oder Wunderlampen entspringen, und sogar einen fliegenden Teppich. Die Darsteller überzeugten mit authentischem und lebendigem Spiel und zogen nicht nur die kleinen Zuschauer in ihren Bann. Larius Pholivong in der Rolle des zielstrebigen Aladin und Sandra Leitner als Prinzessin Jasmin gaben ihren Rollen Witz und Spritzigkeit. Susanne Anders in der Darstellung des Ringgeistes sorgte mit ihrer Gelenkigkeit für eine eindrucksvolle akrobatische Leistung. Herrlich witzig war Maik Eckhardt als sächselnder Zauberer Al Kamil. Klingenbergs „Aladin“ war ein kurzweiliges, temperament- und fantasievolles Theater.

Jesus Mohammed geht baden Jugendstück von Marcel Krohn
Wegen der positiven Resonanz im Vorjahr wurde dieses Zwei-Personen-Stück, das Rassismus und Intoleranz anprangert, nach 2016 erneut ins Programm genommen. Das Stück erzählte die Fluchtgeschichte von Isa, in ein Land, in dem nicht wenige Bürger Flüchtlinge als Gefahr ansehen. Larius Pholivong, als syrischer Flüchtling und Franziska Lißmeier, als unkonventionelle Deutsche, beeindruckten. Grandios wechselten die beiden Darsteller in verschiedene Rollen, mal Isa und Tine, mimten mal grölende Proleten oder brutale Nazis.

Auch im Festspieljahr 2017 zeigte sich der Sommer von seiner besten Seite und das Ensemble überzeugte mit anspruchsvollen und begeisternden Aufführungen.

Zwei Gastspiele komplettierten das Programm:
The Blues Brothers Tribute Show und Mambo Mania